Die Expertenbefragung
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Seit 2006 wird der Logistik-Indikator vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung für die Bundesvereinigung Logistik berechnet. Basis für die Berechnungen des BVL/DIW Logistik-Indikators sind Expertenbefragung der 200 größten deutschen Unternehmen, die hinsichtlich Logistikleistungen eine wichtige Rolle spielen. Die Expertenbefragungen finden quartalweise statt. Das Befragungspanel setzt sich zur Hälfte aus Logistikdienstleistern und Unternehmen aus Industrie und Handel.
Deutliche Abkühlung in der Logistikkonjunktur
Die Abkühlung des Geschäftsklima in der Logistikkonjunktur, die sich im 3. Quartal 2008 in der Logistikkonjunktur schon abgebildet hatten, konnte auch im Schlussquartal 2008 registriert werden. Der Logistik-Indikator liegt gegenwärtig mit einem Wert von 109,5 nur noch leicht über das Normalniveau von 100. Dies entspricht einem Rückgang des Logistik-Indikators um 14,9 Prozent.
Teilindikator Logistikdienstleister
Entscheidend für diesen deutlichen Rückgang sind erneut die sich verstärkt abschwächenden Einschätzungen der Logistikdienstleister bzw. Anbieter, deren Teilindikator um über 22 Prozent nachgelassen hat und derzeit erstmals im konktraktiven Bereich mit einem Wert von 94,6 liegt.
Teilindikator Logistikanwender
Dagegen ist das Geschäftsklima bei Industrie und Handel bzw. aus Seite der Anwender weiterhin klar expansiv ausgerichtet, obwohl der Wert um 8,3 Prozent auf 124,4 zurückgefallen ist. Somit ist die Schere zwischen Logistikanbietern und Logistikanwendern durch eine Differenz von fast 30 Punkten erneut angestiegen und einen neuen Hochstand erreicht.
Konjunkturelle Einschätzungen
Der starke Rückgang des Teilindikators für die Logistikdienstleister drückt sich insbesondere durch einen kräftigen Einbruch der Erwartungskomponente um 37,7 Prozent aus, gleichzeitig zeigt sich die Lageeinschätzung im Vergleich stabil durch einen Rückgang um 6,6 Prozent stabil. Mit anderen Worten: Die Erwartungen für die nächsten 12 Monate sind eindeutig pessimistisch, und Lageeinschätzung ist zurückhaltend positiv. Das logistische Klima in Industrie und Handel ist nicht nur deutlich besser als bei den Logistikdienstleister, es entstehen auch wesentliche Differenzen bei Erwartungen und Lageeinschätzung. Die Abkühlung auf Anwenderseite im Vergleich zum Vorquartal kann insgesamt als moderat bezeichnet werden.
Die zunehmende Kapazitätsverfügbarkeit bestätigt die Abschwächungstendenzen, die von den Logistikanbietern angegeben wird, jedoch sind die Nachfrage nach Logistikleistungen und die Auslastung der eigenen Logistikkapazitäten auf einem kräftigen Niveau. Handel und Industrie rechnen zwar mit einer Abkühlung der eigenen Geschäftstätigkeit in den kommenden 12 Monaten jedoch bleibt der zukünftige Logistikbedarf gleich. Daher sind Abstriche bei der den geplanten Neueinstellungen und der Entfaltung der eigenen logistischen Sachkapazitäten nicht vorgesehen. Die Logistikdienstleister dürften von der unveränderten Bereitschaft der Logistikanwender, logistische Aktivitäten auszulagern, profitieren.
Einschätzung zu infrastrukturellen Engpässe
Bei der Bewertung der Auswirkungen von Infrastrukturengpässen für die eigene Geschäftstätigkeit sind bei Logistikdienstleister und Logistikanwendern keine erheblichen Unterschiede festzustellen. Etwa ein Drittel der Befragten sehen die Engpässe in der Infrastruktur gegenwärtig als Herausforderung für ihre logistischen Aktivitäten. Solch eine Einschätzung ist für die deutsche Wirtschaft alarmierend, da die Infrastrukturengpässe bei den aktuellen Investitionsplänen und in Anbetracht der sich abzeichnenden künftigen Transportbedarfe mit großer Wahrscheinlichkeit weiter zunehmen werden. (Quelle: Bundesvereinigung Logistik e.V., www.bvl.de)







