Was bezeichnet man mit Kontraktlogistik?
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Unter dem Begriff Kontraktlogistik werden Geschäfte zu einem komplexen Leistungspaket zusammengefasst, die mehrere logistische Funktionen entlang der Wertschöpfungskette integrieren. Das Geschäftsmodell der Kontraktlogistik basiert auf einer langfristigen, arbeitsteiligen und per Kontrakt geregelten Kooperation zwischen einem produzierenden Unternehmen oder einem Handelsunternehmen und einem Logistikdienstleister. Das Leistungspaket der Kontraktlogistik richtet sich dabei ganz individuell an den Wünschen und Anforderungen des Auftraggebers bzw. Verladers.
Im angloamerikanischen Bereich bezeichnet man Anbieter von Kontraktlogistik des Öfteren auch als Third-Party-Logistics-Provider oder Full-Service-Provider. Davon grenzen sich Fourth-Party-Logistics-Provider, deren Fokus im administrativen Bereich und in dem Angebot von Beratungsdienstleistungen liegt. Lead-Logistics-Provider sind zuständig für die Koordination von mehreren einzelnen Logistikdienstleisternen und erzeugen somit eine einheitliche Schnittstelle zu dem Kunden. Jedoch haben sie in der Regel keine eigenen Logistikressourcen und unterscheiden sich damit von den konventionellen Anbietern von Kontraktlogistik.
Der Markt der Kontraktlogistik
Die Kontraktlogistik wird als einer der Kernstücke im Bereich der Logistikdienstleistungen betrachtet. Sie erzielt jährlich Wachstumsraten von rund 20 Prozent und weißt gegenwärtig das Entwicklungspotenzial unter sämtlichen logistischen Dienstleitungsangeboten. Das Umsatzvolumen des weltweiten Marktes für Kontraktlogistik beträgt 192. 700 Milliarden Euro.
Die Zahl der Transaktionen, die in der europäischen Konsumgüter-Kontraktlogistik stattfinden liegt bei mehr als 130.000. Das weltweite Wachstum der Kontraktlogistik liegt bei 10 Prozent. Der Markt der Kontraktlogistik ist äußerst fragmentiert. In Jahr 2006 ist der weltweit größte Anteil von DHL Exel Supply Chain mit 6,2 Prozent gehalten worden. Die übrigen großen Anbieter von Kontraktlogistik haben nur Marktanteile zwischen ein und zwei Prozent erreicht.
Die Ursache für die extreme Zerstreuung des Marktes der Kontraktlogistik ist darauf zurückzuführen, dass für das erfolgreiche Angebot von Kontraktlogistik-Dienstleistungen ein beträchtliches branchenspezifisches Wissen erforderlich ist. Daher ist eine Differenzierungs- bzw. Nischenstrategie in diesem Markt höchst aussichtsreich. Kleine und mittelständische Unternehmen sind aufgrund geringer Marktanteile in der Kontraktlogistik erfolgreicher als in den traditionellen Logistikleistungen des Transports, des Umschlags und des Lagers.
Die scheinbar attraktivsten Branchen der industriellen Kontraktlogistik sind der Fahrzeugbau- und Zuliefererindustrie, die Eisen-, Stahl- und Metallverarbeitung und die Elektrotechnik. Im der Konsumgütersektor steigt zunehmend die Bedeutung des Handel und vor allem des Marktes für Health Care und Krankenhauslogistik. Ferner lässt sich zunehmend feststellen, dass Konzerne ihre Logistikaktivitäten an einer selbstständigen Tochtergesellschaft übergeben, die wiederum ihre Dienstleistungen an Dritte anbietet.
Die Chancen und Herausforderungen der Zukunft
Die Wirtschaft charakterisiert weltweit durch einen aufsteigenden Outsourcing-Trend von Leistungen, die vom eigentlichen Kerngeschäft aufgelöst werden können. Von diesem gegenwärtigen Trend können Anbieter von Kontraktlogistik profitieren. Diesbezüglich müssen die Anbieter zum einen branchenspezifische und optimierte Lösungen anbieten, und zum anderen in lokaler Nähe der Auftraggeber tätig sein, damit sie schnellstmöglich und flexibel auf die Wünsche der Auftraggeber reagieren können. Die geographische Nähe von Dienstleister und Verlader ist ein essentielles Kriterium in der Kontraktlogistik. (Quelle:www.www.dhl-discoverlogistics.com)






