Was bezeichnet man mit Straßengüterverkehr?
Mit Straßengüterverkehr bezeichnet man den Transport von Gütern unterschiedlicher Art durch Kraftfahrzeuge bzw. Lastkraftwagen. Nach dem Güterkraftverkehrsgesetz gliedert sich Güterkraftverkehr in den gewerblichen Güterkraftverkehr und Werkverkehr. Mit gewerblichem Güterkraftverkehr bezeichnet man die Beförderung von Gütern mit Kraftfahrzeugen, die inklusiv Anhänger ein höheres zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen haben. Hingegen spricht man von Werkverkehr, wenn die Beförderungen für eigene Zwecke eines Unternehmens mit Kraftfahrzeugen, die einschließlich Anhänger ein höheres zulässiges Gesamtgewicht als 3,5 Tonnen durchgeführt werden. Darüber hinaus müssen alle folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:
„die beförderten Güter sind Eigentum des Unternehmens oder von ihm verkauft, gekauft, vermietet, gemietet, hergestellt, erzeugt, gewonnen, bearbeitet oder instand gesetzt;- die Beförderung dient der Anlieferung der Güter zum Unternehmen, ihrem Versand vom Unternehmen, ihrer Verbringung innerhalb oder – zum Eigengebrauch – außerhalb des Unternehmens; - die für die Beförderung verwendeten Kraftfahrzeuge müssen grundsätzlich vom eigenen Personal geführt werden. Im Krankheitsfall ist es dem Unternehmen gestattet, sich für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen anderer Personen zu bedienen; - die Beförderung stellt lediglich eine Hilfstätigkeit im Rahmen der gesamten Tätigkeit des Unternehmens dar“ (Quelle: Bundesamt für Güterverkehr, www.bag.bund.de)
Straßennetz in Deutschland
Deutschland verfügt über ein Straßennetz für den überörtlichen Verkehr von über 231.000 Lilometer Länge. Davon entfallen gegenwärtig rund 53.400 km auf die Bundesfernstraßen (etwa 12.550 Kilometer Bundesautobahnen und rund 40.700 Kilometer Bundesstraßen). Die Bedeutung der Bundesfernstraßen für die Verkehrsabwicklung in Deutschland mit seiner zentralen Lage in Europa ist sehr hohe und nimmt stets zu. Die Bundesfernstraßen nehmen bezogen auf ihre Länge von rund 23 Prozent am gesamten überörtlichen Straßennetz nehmen über die Hälfte der Jahresfahrleistungen der Kraftfahrzeuge auf. In Europa ist Deutschland als Transitland an erster Stelle.
Die Eigenart des Bundesfernstraßennetzes ist das Bundesautobahnnetz, das trotz des Längenanteils von etwa 5 Prozent am gesamten überörtlichen Straßennetz, fast ein Drittel der gesamten Fahrleistungen der Kraftfahrzeuge aufnimmt. Damit die Bundesfernstraßen auch zukünftig den Anforderungen einer modernen und leistungsfähige Infrastruktur erfüllen, sind bestimmte Voraussetzung nötig: die Lücken im Straßennetz müssen geschlossenen werden, die vorhandene Infrastruktur die einen beträchtlichen volkswirtschaftlichen Wert hat, muss dauerhaft erhalten werden und die Verknüpfungspunkte mit den anderen Verkehrsträgern müssen optimiert werden. (Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, www.bmvbs.de)
Transportmenge
Die Beförderung von Gütern durch Kraftfahrzeuge bzw. Lastkraftwagen hatte im Jahr 2008 mit 77 Prozent der Beförderungsmenge den höchsten Anteil am Transportaufkommen. Nach Prognosen des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sind im Jahr 2008 3.473 Millionen Tonnen Güter transportiert worden. Dies entspricht rund 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die im Inland erzielte tonnenkilometrische Leistung ist dabei um 1,6 Prozent bzw. auf 474,1 Milliarden Tonnenkilometer gestiegen. Solche Zahlen zeigen, dass trotz der Bemühungen, aufgrund der Verkehrsüberlastung auf deutsche Straßen mehr Beförderungsanteile auf die Schiene und auf die Wasserstraße zu verlagern, der bedeutendste Leistungsträger vor allem im Güternahverkehrsbereich Lastkraftwagen bleiben. Etwa 80 Prozent der Fahrten der Lastkraftwagen bieten kein Potential zur Verlagerung, weil sie in einem Entfernungsbereich bis 100 Kilometer stattfinden.
Vorteile des Straßengüterverkehrs
- Transportmittel des Straßengüterverkehrs sind sehr beweglich. Sie ermöglichen eine Lieferung Haus zu Haus bzw. Tür zu Tür-Lieferungen
- Die Gütertransport auf Straße ist kostengünstig
- Die logistische Handhabung ist im Verglich zu den anderen Verkehrsträgern sehr einfach
- Der Straßengüterverkehr ist im Nahverkehr der bestmögliche Verkehrsträger.
- Das Straßengüterverkehr ermöglicht die Feinverteilung bzw. die Güterverteilung von einem Umschlagspunkt oder Regionallager zum Endverbraucher
- Transportmittel auf Straße haben Freiheit bei der Routenwahl
- Die Fahrzeuge können an die speziellen Bedürfnisse der Güter angepasst werden
- Die Beförderungsgüter werden schonend behandelt
- Der Straßengüterverkehr verfügt über eine hohe Flexibilität hinsichtlich den Transportaufgaben und Umdispositionsmöglichkeiten
Nachteile des Straßengüterverkehrs
- Lastkraftwagen behindern wiederkehrend den Verkehr auf der Strasse und tragen zur Verkehrsüberlastung bei
- Die zunehmenden infrastrukturelle Engpässe des Straßennetzes sprechen für eine verstärkte Verlagerung des Güterverkehrs auf Schiene oder Wasserwege
- Die Unfallgefahren beim Gütertransport durch Lastkraftwagen sind im Vergleich zu anderen Verkehrträgern relativ hoch
- Die Umweltbelastung durch den Straßengüterverkehr ist sehr hoch. Lastkraftwagen müssen strenge Umweltvorschriften erfüllen
- Lastkraftwagen haben ein eingeschränktes Transportvolumen
- Einschränkungen durch rechtliche Rahmenbedingungen bzw. Sperrzeiten (LKW-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen und an Samstagen in der Ferienreisezeit für Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t sowie Anhänger hinter Lastkraftwagen)
- Der Gütertransport durch Lastkraftwagen ist zum Teil von Witterungsverhältnisse abhängig





