Was bezeichnet man mit kombinierten Güterverkehr?
Mit kombinierten Verkehr wird der Transport von Gütern in einem Lastkraftwagen oder in Ladeeinheiten, vor allem Wechselbehälter, Container oder Sattelanhänger bezeichnet, wobei der Gütertransport auf dem vorwiegenden Teil der Gesamtstrecke mit der Eisenbahn, dem Binnen-, Küsten- oder Seeschiff und auf dem anderen, möglichst mit kurzem Vorlauf und Nachlauf auf der Straße. Beim Verkehrsträgerwechsel werden nicht die Güter selbst umgeschlagen, sondern die beladenen Ladeeinheiten oder die beladenen Lastkraftwagen auf dem Eisenbahnwaggon oder auf dem Schiff werden mitgeführt. Kombinierter Güterverkehr ist eine wichtige umweltschonende Alternative zum reinen Straßengüterverkehr. Somit findet im kombinierten Verkehr der Gütertransport als Kooperation von Lastkraftwagen, Eisenbahnen und Schiffen in integrierten Transportketten statt.
Beim Kombinierten Verkehr führt jeder Verkehrsträger den Teil der Transportaufgabe, der sich für den jeweiligen Verkehrsträger am besten eignet. Etwa 80 Prozent der Güter im Straßengüterverkehr werden über kürzere Entfernungen transportiert. Hierbei ist der Lastkraftwagen aufgrund seiner Flächendeckung nicht wegzudenken. Jedoch auf weiten Strecken und beim Transport von größeren Gütermengen, ist die Eisenbahn oder wenn möglich das Binnenschiff die wirtschaftlichste Beförderungsart. Der kombinierte Verkehr verbindet somit die Vorteile des Straßengüterverkehrs hinsichtlich seiner örtlichen und zeitlichen Flexibilität bei der Flächenbedienung mit den Vorteilen des Schienegüterverkehr und der Wasserstraßen, die einen kostengünstigen, effizienten und umweltverträglichen Transport von größeren Gütermengen über längere Strecken.
Daher nimmt der kombinierte Verkehr eine relevante Rolle in die integrierte Verkehrspolitik im Bereich des Güterverkehrs ein. Der kombinierte Güterverkehr lässt zu, dass auch kleine und mittlere Speditionsunternehmen Güterverkehr über die Schiene und die Wasserstraße ausführen. Die Bundesregierung zeigt durch ordnungs- und steuerpolitische Maßnahmen sowie finanzielle Zuwendungen im Rahmen von Förderprogrammen, dass sie großes Interesse an einem nachhaltigen Ausbau eines wirkungsvollen und kostengünstigen kombinierten Güterverkehrs hat. (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, www.bmvbs.de)
Entwicklung des kombinierten Güterverkehrs
In Deutschland wird der Kombinierte Güterverkehr seit 1968 systematisch ausgebaut. Der kombinierte Verkehr hat sich inzwischen zu einer bedeutenden Alternative im Gütertransport entwickelt. Gegenwärtig werden auf dem deutschen Schienennetz etwa 30 Millionen Tonnen Güter im Jahr mit Zügen des Kombinierten Verkehrs transportiert. Dies entspricht dem Transportvolumen von mehr als 7000 Fahrten mit Lastkraftwagen täglich im dem deutschen Fernstraßennetz. Zudem werden jedes Jahr beinahe 1 Million Containereinheiten per Binnenschiff auf dem Rhein abgefahren. Das entspricht rund weitere 2000 Fahrten per Lastkraftwagen jeden Tag im Fernstraßennetz.
Somit ist Deutschland das Land mit dem größten Verkehrsvolumen im Kombinierten Verkehr in ganz Europa. Der Anteil des kombinierten Verkehrs an der Beförderungsleistung im Straßengüterfernverkehr über mehr als 300 Kilometer Entfernung beträgt etwa 20 Prozent. Damit der kombinierte Verkehr weiter wächst, braucht er mehr leistungsfähige Terminals, Güterwagen und Informationssysteme sowie eine gute Straßeninfrastruktur für die Transporte von den Werken, Lagerhäusern und Speditionslagern zu den Terminals des kombinierten Güterverkehrs. Nach vorliegenden Prognosen kann der Kombinierte Verkehr lediglich einen Teil des Verkehrswachstums bewerkstelligen, unter der Voraussetzung, dass der der kombinierte Verkehr wettbewerbsstark bleibt. (Quelle: Studiengesellschaft für den kombinierten Verkehr e.V., www.sgkv.de)




