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Auch die Staufenbiel-Studie JobTrends 2006/07, bei der insgesamt rund 300 renommierte Unternehmen befragt wurden, bestätigt den Trend, dass fachliche Qualifikation allein nicht entscheidend für einen erfolgreichen Berufseinstieg ist. Zum Beispiel Arbeitgeber der Automobilbranche suchen Nachwuchs-Ingenieure mit Soft Skills wie Kommunikations- fähigkeit, Eigeninitiative und Teamfähigkeit. Auch Einsatzbereitschaft sowie analytische und konzeptionelle Fähigkeiten sind gefragt. Es spiegelt sich wider, dass Nachwuchskräfte frühzeitig Verantwortung übernehmen sollen und immer häufiger in eigenständigen Projektteams arbeiten müssen.Und soziale Kompetenz zu erwerben ist oft gar nicht so schwer, wie man denkt. Denn jeder Absolvent erwirbt während des Studiums Soft Skills, die oft erst auf den zweiten Blick erkannt werden.

So hat man beispielsweise beim Besuch von Seminaren durch Referate seine Präsentations- und Kritikfähigkeit trainiert und als Zuhörer die Fähigkeit zu konstruktiver Diskussion erworben. Absolventen, die eine Berufsausbildung, Praktika oder studienbegleitende, fachspezifische Tätigkeiten vorweisen können, haben den Vorteil, sich hier bereits wichtige Soft Skills angeeignet zu haben und können Personalchefs leichter überzeugen. Wichtig ist, dass dabei Branchenkenntnisse erworben wurden oder dass der Bewerber in einem vergleichbaren Funktionsbereich gearbeitet hat — denn das verkürzt meist die Einarbeitungszeit deutlich.Eindruck machen Absolventen, die im Ausland absolvierte Praktika vorweisen können.

Auch ein Auslandsstudium wird von vielen Unternehmen bei der Bewerbung als Pluspunkt gewertet. Auslandsaufenthalte dienen nicht nur der Verbesserung der Sprachkenntnisse, sondern helfen auch, sich weitere wichtige Soft Skills anzueignen. Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Studentenwerks hat mittlerweile fast jeder dritte Student vor Abschluß seines Examens bereits jenseits der deutschen Grenzen studiert, ein Praktikum oder einen Sprachkurs gemacht. Derartige Auslandserfah-rungen sind für die spätere Karriere ohne Frage mehr als wertvoll: So wichtige sogenannte Soft Skills wie Auslanderfahrung, Fremdsprachenkenntnisse sowie (erste) Berufserfahrung, häufig gekoppelt mit grundlegend fremden (Unternehmens-) Kulturen, dokumentieren nicht nur Weltoffenheit,  Interessiertheit, sondern vor allem auch die so häufig geforderte und mittlerweile obligate Flexibilität und Mobilität.

Auch außeruniversitäres Engagement bringt bei der Bewerbung Pluspunkte, wenn dabei Fähigkeiten erworben wurden, die man im späteren Job konkret nutzen kann. Zum Beispiel das Ehrenamt hat eine sehr hohe Gewichtung. In einem Ehrenamt— egal ob in Organisationen mit sozialem, politischem oder wirtschaftlichem

Hintergrund — erwirbt man schnell Methodenkompetenz, Soft Skills und vor allem Pra-xiserfahrung. Ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Kriterium für die berufliche Ent-wicklung ist das umfangreiche und durchaus hilfreiche Kontaktnetzwerk, dass man sich durch seine Tätigkeit aufbaut. Es ist einer der Indikatoren, die auf Soft Skills hin-weisen. Oft sogar wichtiger als Noten. Denn ein Ehrenamt zeigt: Da hat einer Erfahrung und Kompetenz im Umgang mit anderen Menschen. Denn viele Firmen suchen nach Leuten, die vielseitig interessiert sind und ihre Schlüsselqualifikationen schon un-ter Beweis gestellt haben - auch wenn sie noch keine oder kaum Berufserfahrung haben.

 

Arbeitgeber testen Ihre Bewerber

Arbeitgeber setzen immer mehr auf Persönlichkeitstest, um Soft-Skills abzufragen. Pre-dictive Index heißt das Verfahren zur Potentialanalyse, das in Amerika entwickelt wurde und sogenannte Persönlichkeitskonstrukte prüft. Es testet unter anderem die Dominanz, also den Antrieb oder Einfluss, den der Bewerber auf Personen oder Ereignisse auszuüben vermag. Oder die Extraversion, darunter versteht man den Antrieb nach sozialer Interaktion mit anderen Menschen. Gängig sind aber auch andere psychologische Tests, wie zum Beispiel der 16 PF und der BIP. Der 16 PF, den Personalabteilungen seit 35 Jahren einsetzen, fragt 16 Persönlichkeitsfaktoren ab.

184 Fragen prüfen das Vorhandensein dieser 16 Faktoren. Der BIP, auch Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung genannt, stellt 251 Fragen zu 14 Bereichen. Diese sind als Aussagen formuliert. Der Test erfasst das Arbeitsverhalten, die berufliche Orientierung und die sozialen Kompetenzen ebenso wie die psychi-sche Konstitution. Zum Beispiel soll der Bewerber angeben, inwieweit die Aussage In der Diskussion wirke ich ausgleichend auf ihn zutrifft. Er kann zwischen fünf Abstufun-gen von trifft zu bis trifft nicht zu wählen. Auch mit der Aussage Ich bin ein Mensch mit Ecken und Kanten soll sich der Bewerber einschätzen. Hier zeigt sich, inwieweit der Kandidat über mögliche Führungsqualitäten verfügt.
Verantwortlich für die Einsetzung von Tests  sind vor allem die derzeitigen Trends in der Arbeitswelt, die Soft Skills in verschiedenen Branchen immer bedeutsamer machen:

  • Zum einen wächst die Wirtschaft und damit der Wettbewerb zwischen den Unternehmen. Aufgrund des hohen Drucks suchen Unternehmen daher immer mehr „Kreativköpfe“, die über Ideenreichtum und Problemlösekompetenz verfügen, um sich langfristig Wettbewerbsvorteile sichern zu können. Und durch die Globalisierung vieler Wirtschaftsbereiche fordern Arbeitgeber zudem in steigendem Maße interkulturelle Kompetenz, Flexibilität und Mobilitätsbereit-schaft von ihren Mitarbeitern, um ihr Unternehmen auf dem internationalen Markt positionieren zu können.
  • Zum anderen verändern sich mit dem Wirtschaftswachstum auch die konkreten beruflichen Tätigkeiten. In fast allen Berufsgruppen spielen beispielsweise kundenorientierte Beratungs- und Dienstleistungsgebote eine immer wichtigere Rolle, so dass verstärkt Mitarbeiter mit sozialen und kommunikativen Fähigkeiten gesucht werden. Aber auch der zunehmende Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie zur Abwicklung von Geschäftsprozessen und die Veränderung von Unternehmensstrukturen (z. B. flache Hierarchien) und Arbeitsformen (z. B. Projektarbeit, Job-Rotation) machen auf Seiten der Mitar-beiter Soft Skills wie Weiterbildungsbereitschaft, selbständiges Arbeiten und Lernen, Verantwortungsbewusstsein oder Teamfähigkeit erforderlich.

 

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