Was bedeutet Produktionslogistik?

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Unter dem Begriff Produktionslogistik versteht man eine betriebswirtschaftliche Disziplin, deren Gegenstand die Planung, Steuerung und Kontrolle von innerbetrieblichen Transport-, Umschlag- und Lagerprozessen ist. Die Produktionslogistik beschäftigt sich mit Entscheidungen, die in Zusammenhang mit der Vorbereitung, Durchführung und Kontrolle der Produktion zu treffen sind. Zu solchen Entscheidungen gehören:

  • Wahl des Produktionsstandortes
  • Auf- und Ausbau von geeigneten Fertigungssegmenten und deren Abstimmung hinsichtlich der Kapazität
  • Vertragsabschluss mit Lieferanten für eine fertigungssynchrone Anlieferung
  • Einplanung von Lagerbeständen für den Ausgleich von saisonalen Nachfrageschwankungen
  • Aufstellung von kurzfristigen Produktionsprogrammen in Abstimmungen mit dem Kundenbedarf und den vorhandenen Kapazitäten
  • Ermittlung des Warenbedarfs
  • Feinterminierung der Aufträge in der Fertigung
  • Steuerung des innerbetrieblichen Transports

 

Aufgaben und Ziele

Die Produktionslogistik soll zur Erzielung von Verbesserungen, Vereinfachungen und Einsparungen im Produktionsbereich mit beitragen. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Verbesserung der kundennahen Produktion
  • Steigerung der Flexibilität in der Produktion
  • Reduzierung von Durchlaufzeiten
  • Reduzierung von Beständen
  • Optimale Gestaltung der Transportwege in der Fertigung
  • Reduzierung von Sortimentsbreite, Variantenanzahl und Teilevielfalt
  • Verbesserung der Losgrößen
  • Harmonisierung der Kapazität
  • Senkung der Herstellkosten
  • Sinnvolle Kombination von Eigenfertigung und Fremdbezug ( Make-or-Buy)
    (Quelle: Wikipedia)

Das wesentliche Ziel der Produktionslogistik ist die Ausrichtung der Produktion an den Marktbedüfnissen und den übergeordneten Unternehmenszielen. Damit solche Ziele erreicht werden können, entwickelt man Fertigungskonzepte, die zur optimalen Gestaltung der Fertigungsplanungsprozesse und Fertigungssteuerungsprozesse beitragen. Dadurch sollen kostengünstige Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Ausgangspunkt aller Aktivitäten der Produktionslogistik ist der eingegangene Kundenauftrag. Dieser beinhalten die Art und die Menge des gewünschten Endproduktes, den gewünschten Liefertermin und die Anlieferstelle. Die Kundenaufträge werden in der Auftragsabwicklung in den Auftragsbestand übernommen. Dieser umfasst Kundenaufträge, die noch nicht ausgeliefert worden sind. Wenn der Artikel am Fertiglager zur Auslieferung am gewünschten Termin nicht verfügbar ist, muss der Artikel in das Produktionsprogramm aufgenommen werden. Der Auftragsbestand, der aus dem Kundenbedarf und den damit verbundenen Lieferzeiten hervorgeht, ist ein bedeutungsvoller Indikator für die Konjunkturentwicklung. Der Auftragsbestand muss daher konstant analysiert werden, weil er für den Umsatz und die Beschäftigung bestimmend ist. Aus den Kundenaufträgen, die nicht ab Fertigwarenlager lieferbar sind, entwickelt man ein konkretes Produktionsprogramm, das in der Regel als monatliches oder wöchentliches Programm erarbeitet wird. Hierbei ist Abgleich mit der bestehenden Kapazität zu durchführen.

Das logistische Hauptproblem ist, dass die Kunden für einen bestimmten Zeitraum verglichen mit der Kapazität zu viel oder zu wenig bestellt haben. Ein Unternehmen kann im Kurzfristbereich beschränkt auf Absatzschwankungen regieren, z.B. Überstunden in Form von Sonderschichten oder Kurzarbeit. Die Fertigung benötigt eine bestimmte Konstanz in der Auslastung, weil sie anders unwirtschaftlich arbeitet. Daher sind die Lieferzeitverlängerung oder die Aufnahme von Endprodukten ohne Kundendeckung in das Produktionsprogramm eine kurzfristige Reaktion auf Bedarfsschwankungen bei den Kunden und auf Saisoneinflüsse. Sind die marktüblichen Lieferzeiten kürzer, steigt der Anteil der Lageraufträge. Die Gestaltung des Produktionsprogramms ist eine sehr gewissenhafte Aufgabe, weil es hierbei direkt um Kundenzufriedenheit und das Betriebsergebnis geht. Das Produktionsprogramm kann nur von Mitarbeitern gestaltet werden, die  über entsprechende Marktkenntnisse verfügen, die Fertigungsstrukturen kennen und mit Prognoseverfahren vertraut sind.

 

Fazit

Produktionslogistik ist eine übergreifende Tätigkeit, die Aktivitäten koordiniert, um die Kundenwünsche hinsichtlich Terminen und Kosten optimal zu erfüllen. Hierbei ist ein massiver Einsatz von Informationstechnologie notwendig, gute Teamarbeit, persönlicher Einsatz und auch Mut zu unpopulären Entscheidungen. Die drei Stützen des industriellen Erfolgs sind Disziplin, Kreativität und Können. Die Manager in der Produktion und in der Materialwirtschaft müssen Logistikexperten sein. Eine professionelle Logistik reduziert die Kosten und zeugt Kundennutzen. Dadurch ist Logistik zu einem ausschlaggebenden Erfolgsfaktor geworden. Für das Management von produzierenden Betrieben sind Produktion- und Logistikkenntnisse beruflich sehr relevant geworden. Das spiegelt sich im Organigramm der produzierenden Unternehmen wieder. Es werden zunehmend Logistikbereiche aufgebaut, die aus Produktionsplanung, Produktionssteuerung und Materialwirtschaft bestehen. (Quelle: Fachhochschule Deggendorf, Skript zu Produktionslogistik)

 

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