Was macht die Ersatzteil- und Servicelogistik?

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Die Ersatzteillogistik, häufig auch als Synonym für Servicelogistik verwendet, wird von Logistikexperten als eine der wichtigsten Disziplinen der Logistik bezeichnet.
Die Bedeutung von Ersatzteil- und Servicelogistik hat in den letzten Jahren sowohl für Unternehmen der Investitionsgüterindustrie als auch der Konsumgüterindustrie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Steigende Stillstands- bzw. Ausfallkosten u.a. von Produktionsanlagen und andauernden Veränderungen der Primärprodukte von Herstellern und der Anforderungen von Abnehmern stellen immer neue Herausforderungen an die Ersatzteil- und Servicelogistik. Ihre Aufgabe besteht darin, bei optimalen Logistikkosten die Versorgung der Bedarfsträger mit hohem Servicegrad zu gewährleisten.

Eine globale zügige und zuverlässige Ersatzteillogistik ist für einen erfolgreichen After-Sales-Service bzw. für die kurzfristige und flexible Verfügbarkeit von Ersatzteilen  zunehmend wichtiger geworden. Dafür müssen Hersteller ihre Ersatzteil- und Servicelogistik auf die sich ständig verändernden Kundenanforderungen und -erwartungen abstimmen. Schwerpunkte der Ersatzteillogistik sind die folgenden drei Fragen: Was muss? Was kann? Was sollte in welcher Menge immer vorrätig sein? Zum einen dürfen Produktionsprozesse nicht aufgehalten werden und zum anderen soll die Kapitalbindung für die Produktion möglichst gering bleiben. Ziel der Ersatzteil- und Servicelogistik ist die Findung eines optimalen Gleichgewichtes zwischen genügender Lagerhaltung bei möglichst niedriger Kapitalbindung und die Vermeidung von Ausfallrisiken. Denn Produktionsausfälle können neben Ausfallkosten weitere Zusatzkosten u.a. für Beschaffung verursachen.

Ein relativ neuer Bereich der Servicelogistik ist die Übernahme von Servicedienstleistung durch Logistik-Dienstleister. Der Kunde, der einen neuen Plasmabildschirm erworben hat, und nach drei Monaten zuhause feststellt, daß dieser nicht optimal funktioniert, muß nicht das schwere Gerät abmontieren und zum Händler bringen. Logistik-Dienstleister treten hier als Partner des Herstellers auf, holen das Gerät ab, liefern es zu Reparatur beim Hersteller und bringen es dann nach kurzer Zeit wieder zum Kunden nach Hause und schließen es sogar wieder an. Sehen Sie hierzu auch unser Praxisbeispiel unter http://www.gate4logistics.de/logistik-beruf/lebendige-logistik/service-logistik.html 

Den Ursprung fand diese recht neue Form der Logistik im Bereich der Computerindustrie bzw. bei den Handyhestellern. Heute findet man diese neue Form bereits in der Medizintechnik. Hier übernimmt der Logistikdienstleister die komplette Logistik während des gesamten Lebenszyklus von z.B. Röntgengeräten. Beginnend bei der Lieferung und der Installation der Geräte, über die Wartung und den Ersatz von Verschleißteilen während der Laufzeit sowie die Abholung und die Entsorgung des veralteten Gerätes.